Die nächste Stufe des Emissionsmanagements: Warum die Integration von Scope 1, 2 und 3 für KMU bald unverzichtbar wird und wie man sich vorbereitet (21.10.2024)
Bisher lag der Fokus vieler Unternehmen, insbesondere kleiner und mittlerer (KMU), bei der Erfassung von CO2-Emissionen oft auf einzelnen Bereichen – vielleicht auf direkten Emissionen oder dem Energieverbrauch. Doch die Anforderungen und Erwartungen entwickeln sich weiter. Eine ganzheitliche Betrachtung, die Scope 1, Scope 2 und vor allem die oft umfangreichen Scope 3 Emissionen integriert, wird zunehmend zum Standard. Warum ist das so, und wie können sich KMU darauf vorbereiten, ohne den Überblick zu verlieren?
Kurz erklärt: Scope 1, 2 und 3 Emissionen
Zur Erinnerung (ausführlichere Informationen finden Sie auch in unserem Magazin):
- Scope 1: Direkte Emissionen aus Quellen, die dem Unternehmen gehören oder von ihm kontrolliert werden (z.B. Verbrennung in eigenen Anlagen, Fuhrpark).
- Scope 2: Indirekte Emissionen aus der Erzeugung von eingekaufter Energie (Strom, Wärme, Kälte).
- Scope 3: Alle anderen indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen (z.B. eingekaufte Güter und Dienstleistungen, Transporte durch Dritte, Nutzung verkaufter Produkte, Abfallentsorgung). Hier liegen oft 70-95% des gesamten CO2-Fußabdrucks.
Warum die Trennung bald nicht mehr reicht: Der Ruf nach dem Gesamtbild
Die getrennte Betrachtung der Scopes liefert zwar erste Einblicke, doch für ein umfassendes Verständnis des eigenen ökologischen Fußabdrucks und für glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategien ist eine integrierte Sichtweise unerlässlich. Mehrere Faktoren treiben diese Entwicklung voran:
- Regulatorischer Druck: Richtlinien wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) in der EU fordern zunehmend eine umfassende Berichterstattung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
- Kunden und Investoren: Große Unternehmen geben den Druck an ihre Lieferanten weiter. Investoren bewerten Nachhaltigkeitsleistungen immer stärker anhand vollständiger Emissionsbilanzen.
- Glaubwürdigkeit und Transparenz: Nur ein Gesamtbild ermöglicht es, die tatsächlichen Emissions-Hotspots zu identifizieren und effektive Reduktionsmaßnahmen abzuleiten.
Vorteile eines ganzheitlichen Ansatzes
Die Integration von Scope 1, 2 und 3 Emissionen bietet klare Vorteile:
- Umfassendes Verständnis: Sie erkennen den wahren CO2-Fußabdruck Ihres Unternehmens.
- Bessere strategische Entscheidungen: Investitionen und Maßnahmen zur Emissionsreduktion können dort angesetzt werden, wo sie die größte Wirkung erzielen.
- Risikomanagement: Abhängigkeiten von emissionsintensiven Lieferanten oder Prozessen werden sichtbar.
- Verbesserte Reputation: Ein transparentes und ganzheitliches Reporting stärkt das Vertrauen.
Herausforderungen für KMU – und wie man sie meistert
Für KMU kann die Erfassung und Integration aller drei Scopes zunächst komplex erscheinen. Die Datenverfügbarkeit, insbesondere für Scope 3, und begrenzte personelle Ressourcen sind oft Hürden. Doch es gibt Strategien zur Vorbereitung:
- Mit Scope 3 beginnen und eine solide Basis schaffen: Da Scope 3 oft den größten Anteil ausmacht und Werkzeuge wie emiFlow hier bereits starke Unterstützung bieten (insbesondere für Transport und Materialbewegungen), ist dies ein logischer Startpunkt. Bauen Sie hier eine solide Datenbasis und Prozesse auf.
- Prozesse für Scope 1 & 2 etablieren: Parallel dazu können Sie beginnen, Daten für direkte Emissionen (z.B. Kraftstoffverbrauch eigener Anlagen) und den Energiebezug (Strom- und Wärmerechnungen) systematisch zu erfassen und zu dokumentieren.
- Auf erweiterbare Software setzen: Wählen Sie Lösungen, die nicht nur aktuelle Anforderungen abdecken, sondern auch eine zukünftige Erweiterung auf alle Scopes ermöglichen. emiFlow plant beispielsweise ab 2025 eine schrittweise Ausweitung auf Scope 1 und 2 Emissionen, um zu einer umfassenden Lösung für ganzheitliches Emissionsmanagement zu werden.
- Priorisieren und schrittweise vorgehen: Niemand erwartet von KMU, dass sie über Nacht eine perfekte Gesamtbilanz erstellen. Beginnen Sie mit den wesentlichsten Emissionsquellen und erweitern Sie den Erfassungsbereich sukzessive.
Ausblick: emiFlow als Ihr Partner für ganzheitliches Emissionsmanagement
Wir bei emiFlow verstehen, dass der Weg zu einem umfassenden Emissionsmanagement ein Prozess ist. Deshalb fokussieren wir uns aktuell auf die präzise Erfassung von Scope 3 Emissionen, insbesondere im Bereich Transport und Materialbewegung, um Ihnen hier einen schnellen und effektiven Einstieg zu ermöglichen. Gleichzeitig entwickeln wir emiFlow kontinuierlich weiter, um Sie zukünftig auch bei der Erfassung und Integration von Scope 1 und 2 Emissionen optimal zu unterstützen.
Fazit
Die Integration von Scope 1, 2 und 3 Emissionen ist die nächste logische Stufe im Emissionsmanagement. Für KMU bedeutet dies, sich frühzeitig mit den Anforderungen und Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Indem Sie schrittweise vorgehen, auf die richtigen Werkzeuge setzen und mit Scope 3 eine solide Grundlage schaffen, können Sie Ihr Unternehmen fit für die Zukunft machen und die Chancen eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsmanagements nutzen.
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